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Von blauen Briten und Kartäusern |
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Die "Echte" Kartäuser sind eine eigenständige Rasse namens Chartreux, die einen viel schlankeren Typ und insgesamt völlig anderen Standard als die BKH hat. Im Verhältnis zu den sehr populären Briten kommen die echten Chartreux relativ selten in Deutschland vor. Weil viele Menschen sich aber unter Britisch Kurzhaar oder der dafür gängigen Abkürzung BKH nichts vorstellen können, wird - leider viel von "Kartäusern" gesprochen. In manchen Verbänden und z.T. auch in der Literatur laufen die BKHs sogar unter der Bezeichnung "Europäisch Kurzhaar", was die Verwirrung perfekt macht und sachlich falsch ist, da die EKH als eigene Rasse anerkannt wird und sich u.a. dadurch auszeichnet, daß keine Exoten in die Linie eingekreuzt werden dürfen. Herkunft der Chartreux (Kartäuser) Die Chartreux ist eine sehr alte Rasse. Die Legende, daß diese Katzen von einem Kartäuserkloster am Kap der guten Hoffnung abstammen, kann wohl heute als unwahr ad acta gelegt werden. Die wahren Ursprünge der Chartreux liegen in den gebirgigen Regionen an den Südgrenzen des alten russischen Reiches (nun Teile von Iran, Türkei und Irak). Diese Katzen nannte man zuerst Syrer-, Zypern- und Maltakatzen. Diese Namen zeigen die Reisewege der Ritter und Kaufleute an, die diese Katzen nach den Kreuzzügen als erste nach Westeuropa brachten. Um Mitte 1930 begann dann eine französische Katzenliebhaberin gezielt mit der Zucht der blauen Kartäuser. Sie züchtete unter dem Zwingernamen "de Guerveur", der sogar in einigen Stammbäumen noch zu finden ist. Das war also die französische, rein kurzhaarig gezüchtete, später selektierte Form der blauen "Chartreux", wie wir sie heute kennen. Das Rassen-Chaos Auch die Engländer kannten blaue Kurzhaar-Katzen, und zwar züchteten sie diese Farbe schon eher, ca. 30 Jahre vor den Franzosen. Wahrscheinlich entstanden die Blauen dort aus beispielsweise schwarzen Hauskatzen, deren Erscheinungsbild durch Einkreuzung blauer Perser sozusagen "verfeinert" wurde. Diese Katzen nannte man dann "British Blue". Zur gleichen Zeit gab es in England auch andere Kurzhaar-Farben, z.B. schwarz, tabby oder bicolour. Diese Farben wurden schon auf Katzenausstellungen prämiert; man nannte diese Rasse dann konsequenterweise British Shorthair Durch die beiden Weltkriege litt natürlich auch die Katzenzucht sehr. Erst ab 1950 begann man wieder verstärkt zu züchten. Es gab nun keine "Britisch"-Zuchtkater mehr, so dass man wieder auf Perser zurückgreifen musste. Es hat sogar Züchter gegeben, die einen Orientalen als Zuchtkater genommen haben und damit der Rasse mehr geschadet als genutzt haben. Erst im Jahr 1976 wurde ein Standard für die Britisch Kurzhaar in Kraft gesetzt, der auch die British Blue einschloss, das heißt die Blauen zählten als eine Farbvarietät unter vielen anderen. In Deutschland hatte man nun beide Varianten, einmal die französische, etwas schlankere, dunklere und reinerbig kurzhaarige; zum anderen den britischen Typ, sehr viel runder im Kopf durch die Einkreuzung von Persern, meist mit hellerem, aber auch etwas längerem flauschigem Fell. Deutsche Züchter kombinierten nun diese Zuchtformen und erhielten einen guten Typ und kurzes Fell. Diese Katzen wurden im deutschsprachigen Raum als "Kartäuser" bekannt. Nur - es schlossen sich weder die Franzosen noch die Engländer dieser Zuchtpraxis an. Die Franzosen beharrten verständlicherweise auf ihren Original "Chartreux", die Engländer auf ihren "British Blue". So kam es 1977 in der FIFe´ zur Abtrennung des Standards der französischen Chartreux und dem der British Blue. Alle zu dieser Zeit in Deutschland als "Kartäuser" gezüchteten Tiere wurden aufgeteilt und entweder der einen oder der anderen Kategorie zugeordnet. Die Blauen hießen von Stunde an laut Stammbaum entweder "Chartreux" oder "Britisch Kurzhaar blau". Der Zusatz "Kartäuser" blieb teilweise auf Wunsch der deutschen Züchter in Klammern erhalten. 1982 kam es dann zur Trennung von BKH und EKH, und zwar auf Antrag der Skandinavier, die ihre Europäisch Kurzhaarkatzen mit großer Intensität züchteten. Erst einmal war die Aufregung groß, vor allem bei den Züchtern, die Mischformen aus BKH, Kartäuser und Hauskatze hatten. Man musste sich nun entscheiden, in welche Richtung man züchten wollte: die schlanken Europäer - da durfte man jetzt keine Chartreux und schon gar keine Perser einkreuzen - oder die stämmigen Briten. FIFe´-Statement Die Bezeichnung Kartäuser für die Britisch Kurzhaar blau gehört seit 1991 endgültig der Vergangenheit an. Alle früher in Deutschland unter diesem Stammbaum-Namen gezüchteten Katzen heißen heute nur noch Britisch-Kurzhaar blau, um diese eindeutig von noch existierenden Original-Kartäusern (Chartreux) abzugrenzen. Eine Verwirrung entsteht leider dadurch, dass andere Vereine, die nicht der FIFe´ angehören, die Katzen, die wie die Briten aussehen, nach wie vor Kartäuser (blau) und teilweise Europäisch Kurzhaar (alle andersfarbigen) nennen. Dabei handelt es sich aber nur um verschiedene Begriffsbestimmungen; der Standard ist (hoffentlich) derselbe wie für die Britisch-Kurzhaar. |
| by Sabine Rath www.tigers-deluxe.de |